Artist Statement

Meine Arbeit entsteht aus alltäglichen Beobachtungen in urbanen Räumen. Als Archivarin des Banalen sammle ich Momente, Objekte und Details – von der Spiegelung des kalten Neonröhrenlichts in der U-Bahn bis hin zum Duftbaum am Rückspiegel – und zerlege sie in Fragmente, um ihre Materialität, Atmosphäre und Bedeutung neu zu befragen. Dabei interessieren mich besonders die Strukturen und Abläufe, die Räume prägen: architektonische Systeme, räumliche Leitbilder oder Routinen des öffentlichen Lebens.


In Malerei, Video, Installation sowie Fotografie verschiebe ich die Wertigkeit dieser Elemente und löse sie aus ihren funktionalen Kontexten. Ich arbeite rückwärts: Ein Ort oder Objekt fesselt mich spontan, danach analysiere ich seine Struktur und Dynamik und wähle das Medium, das seine Transformation am präzisesten trägt – von glänzender Acrylmalerei über Folienprints bis zu Videoinstallationen oder Betonobjekten. 
Im Spannungsfeld von Alltagsforschung, urbaner Wahrnehmung und Materialsemantik entwickle ich eine eigene Linguistik, die Beziehungen zwischen mir, Dingen und Betrachter*innen sichtbar macht und alltägliche Strukturen und Abläufe neu lesbar werden lässt.

„Die Blicke der Nachmieterin" (120x90 cm) 2026
Acryl auf MDF



„Dachterrassenfernweh" (100x70 cm) 2026
Acryl auf MDF


 „Schwenkend über den Dächern (90x70 cm) 2026
Acryl auf  MDF

Diplomarbeit
„Ready for Takeoff“ Installation
2026
Verpackungsmaterial; Hasendraht; Video


Ready for Takeoff baut ein Flugzeug, das nicht fliegt, sondern einen Ort jenseits realer Regeln schafft. Ausgangspunkt ist meine Faszination für Flughäfen und den Beruf Flight Attendant – zugleich zeigt die Recherche die normierte Realität des Berufs, die nicht zu mir passt.
Die Skulpturen aus Verpackungsmaterial und Hasendraht wirken wie Flugzeugfragmente, sind aber zerlegt und funktionslos. Ein Anti-Flugzeug entsteht, frei von Effizienz, ein Gegenentwurf zum Nicht-Ort. Ergänzt wird die Arbeit durch ein Video, das den Beruf zwischen Wunsch und Zweifel inszeniert. Am Ende werden die Materialien wieder zerlegt – die Arbeit bleibt in Bewegung, wie ein Flug, der nie startet.


Fotos von Emmi Heckel

„Neighbours in Concrete“ Serie 2025

In der Serie „Neighbours in Concrete“ begegnen sich das Lebendige und das Gebaute, das Geduldete und das Verdrängte. Zwischen Beton, Ziegel und Glas hinterlassen Tauben ihre Spuren – Schatten, Geräusche, Flecken, ein Flügelschlag im Vorbeiziehen. Sie sind stille BewohnerInnen der Stadt, Teil ihres Rhythmus und zugleich ihr Störgeräusch, das sich nicht vertreiben lässt. Auf glatten Oberflächen werden sie abgewiesen, überstrichen, mit Netzen und Abwehr versehen – und doch kehren sie zurück, besetzen Ränder, Nischen und ungewollte Zonen. Ihre Präsenz, ihr Gurren und Kreisen spiegelt den Atem der Stadt wider.


„Flügelschlag“ Malerei (40x40 cm) 2025
Acryl auf Leinwand

„Flügelschlag II“ Malerei (30x30 cm) 2025
Acryl auf Leinwand

„Scheiß drauf“ Malerei (20x20 cm) 2025
Acryl auf Leinwand

„Scheiß drauf II“ Malerei (20x20 cm) 2025
Acryl auf Leinwand

„Der Chronist“ Malerei (30x30 cm) 2025
Acryl auf Leinwand

„Die Flanierenden“ Malerei (30x40 cm) 2025
Acryl auf Leinwand

„Widerstand II“ Mixed Media (25x25 cm) 2025
Vogelfutter auf Leinwand

„Widerstand“ Mixed Media (30x40 cm) 2025
Acryl und Nägel auf Leinwand

„St. Marx für Alle“ Videoarbeit (27:12 min.) 2025

Auf dem ehemaligen Schlachthofgelände in Wien - St. Marx ist über die Jahre ein besonderer öffentlicher Raum entstanden – ungestaltet, ungeplant, aber voller Leben.
Dort nutzen Anrainer:innen, Vereine und Stadtbewohner:innen die Fläche auf ihre eigene Weise: zum Gärtnern, Skaten, Treffen, Gestalten. Ohne große Eingriffe, ohne viel Budget – aber mit viel Engagement. 
Ein Ort, der offen bleibt für neue Ideen und Menschen. Ein Experimentierraum, der zeigt, wie gemeinsames Nutzen und Fürsorge über wirtschaftlichen Profit gestellt werden können. 
Doch genau dieser Raum soll nun verschwinden. Die Wien Holding AG plant an seiner Stelle eine kommerzielle Eventhalle – trotz klarer Ablehnung im Bezirk und ohne erkennbare Bürgerbeteiligung.
 
Diese Videoarbeit dokumentiert, was diesen Ort so besonders macht – und lässt die Initiative „St. Marx für alle“ zu Wort kommen, die sich für den Erhalt dieses einzigartigen Freiraums einsetzt. 

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„AUA ROT“ Kurzfilm (12:22 min.) 2025

Routinen, Abläufe, Vorschriften – ein Tanz in festgelegten Schritten.
Eine Bewerbung, ein Assessment, eine zweimonatige Ausbildung.
Kurz-, Mittel- und Langstrecke.

Ich habe mich beworben, wurde eingeladen,
habe recherchiert – und bin nicht hin gegangen.
Doch wie sähe mein Leben aus, gefärbt in AUA-Rot?

Der Film AUA Rot taucht ein in die Welt der Flight Attendants,
erzählt von Prüfungen, Vorbereitung, dem Alltag über den Wolken, dem Leben in Hotels
und der Frage: Was wäre, wenn?

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„Traffic“ Malerei (80x65 cm) 2024
Acryl auf Holz, Karton

„Morgennebel“ Malerei (100x60 cm) 2024
Acryl auf Leinwand

„Schnittstellen“ Installation 2024
Objekte aus Gips, Ton & Beton


Die Arbeit erforscht die Form der Kommunikation zwischen meinem Körper und den Gebäuden, die mich umgeben. Dafür entstehen besondere Schnittstellen – Adapter –, die diese Begegnungen ermöglichen. Sie nehmen ihren Anfang in Abdrücken, die sowohl von meinen Körperstellen als auch von den entsprechenden Punkten der Architektur stammen. An ihren Einsatzorten fügen sich die Adapter wie Puzzleteile ein. Aus Materialien wie Gips, Ton oder Beton wachsen so fragile Brücken zwischen Mensch und Bauwerk.

„Related encounters“ Fotografien 2024
C-prints, Fotoserie

"Related Encounters" ist eine fotografische Serie, die während einer Forschungsreise über den Ölsandabbau in Kanada entstanden ist. Diese Arbeiten dokumentieren meine Begegnungen mit, dem Tagebau der Ölsandindustrie in Fort McMurray, dem urbanen Leben und der Kultur in Edmonton sowie den Fahrten und den Objekten, die ich auf unserem Weg fand. Die Fotoserie ist nicht nur eine Dokumentation, sondern ein visuelles Tagebuch meiner Reise und der Beziehungen, die ich mit den verschiedenen Orten und Situationen einging. 

„safe space“ Installation 2024
transmediale Rauminstallation

Teil 1:
Die Tür öffnet sich und dahinter verbirgt sich etwas jenseits aller Erwartungen. Es ist ein abgedunkelter Raum, lilafarbenes Licht fällt hinein. Zuvor unscheinbare Einrichtungselemente strahlen hell durch das Schwarzlicht. Kurze Videoausschnitte blitzen immer wieder stroboskopartig an den Wänden auf. In mitten des Raumes hängt ein samtiges Stoffelement. Die Musterung des Objekts gleicht den Fliesen. Die Struktur dem Nebel. Das Portrait auf der Vorderseite blickt frontal in den Spiegel. Über den Fliesen an den Wänden erstrecken sich Worte. 
Erst nach dem Schließen der Tür, wird das Gesamtkonstrukt sichtbar. Die Sätze formen sich zum Leitbild des Raumes. Sie sind die Spielregeln für alle, die sich hineinbegeben...

„safe space“ Performance 2024

Teil 2:
Wenn das Leitbild eines sicheren Raums gebrochen wird, verkommen die Regeln zu belanglosen Sätzen. Dies verwandelt den vermeintlich sicheren Raum in einen Raum, der nur vorgibt, sicher zu sein.
Der zweite Teil der Arbeit befasst sich mit dem Konzept des "safespace", ein Versprechen, das viele Clubs geben. Doch wird dieses Versprechen auch wirklich umgesetzt?

In dem Video sind drei weiblich gelesene Personen zu sehen, die den Raum betreten und beginnen, die aufgeklebten Buchstaben von den Wänden zu reißen. Anfangs wirkt dies wie Vandalismus, doch bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass eine Dekonstruktion der Regeln stattfindet. Aus den ursprünglichen Aussagen entstehen Fragen, die die Echtheit und Wirksamkeit der Sicherheitsversprechen infrage stellen.

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„Metropolenrhythmus“ Malerei auf Fotodruck (57x43 cm) 2024
Acryl und Fotodruck auf Leinwand


„Agate Black Metallic“ Zeichnungen (29,7x42 cm) 2023

Bleistift, Pastellkreide, Edding auf Papier

„Friedrichswerder“ Installation (2x 78x59 cm) 2023
Print digitale Fotografie, Edelstahlkette

„Friedrichswerder“ Installation (2x 78x59 cm) 2023
Print digitale Fotografie, Edelstahlkette


Detail
Edelstahlkette


Detail
Print digitale Fotografie


Detail
Print digitale Fotografie


„Bordsteinkante“ Malerei (150x130 cm) 2023
Acryl auf Leinwand

„Linie 5“ Malerei (110x79 cm) 2023
Acryl auf Leinwand

„Konferenz“ Installation (120x78 cm) 2023
Acryl auf Leinwand; Stickerei; MDF-Sockel; Leuchtröhren

„Konferenz“ Installation (120x78 cm) 2023
Acryl auf Leinwand; Stickerei; MDF-Sockel; Leuchtröhren


Detail
Acryl auf Leinwand


Detail
Acryl auf Leinwand


Detail
Stickerei


„Konferenz“ Installation (120x78 cm) 2023
Acryl auf Leinwand; Stickerei; MDF-Sockel; Leuchtröhren


„Rast“ Malerei (70x50 cm) 2022
Acryl, Pastellkreide, Mörtel auf Leinwand

„Sekunde“ Installation (110x80 cm) 2022
Acryl, Mörtel auf Leinwand; Leuchtröhre

„Nur hier, im jetzt“ Lentikularbild (120x120 cm) 2022
Folienplot auf Holz

Seitenansicht
rechts

Seitenansicht
links

„GoHo“ Kaltnadelradierung (21x15 cm) 2023
Hoch/Tiefdruckverfahren auf Büttenpapier

„GoHo“ Kaltnadelradierung (21x15 cm) 2023
Hoch/Tiefdruckverfahren auf Büttenpapier


„GoHo“ Kaltnadelradierung (21x15 cm) 2023
Hoch/Tiefdruckverfahren auf Büttenpapier


„o. T.“ Kaltnadelradierung (21x15 cm) 2023
Hoch/Tiefdruckverfahren auf Büttenpapier


„o. T.“ Kaltnadelradierung (21x15 cm) 2023
Hoch/Tiefdruckverfahren auf Büttenpapier


 

„o. T.“ Kaltnadelradierung (21x15 cm) 2023
Hoch/Tiefdruckverfahren auf Büttenpapier 


„Mannequins“ Linoldruck (21x15 cm) 2023
Linoldruckfarbe auf Aluminium


„Mannequins“ Linoldruck (21x15 cm) 2023
Linoldruckfarbe auf Büttenpapier


„Mannequins“ Linoldruck (21x15 cm) 2023
Linoldruckfarbe auf Büttenpapier


„Dufte“ Kurzfilm (9 min.) 2022

In einer modernen Welt, wie unsere, versucht Vanillo, ein gelber Duftbaum das große Glück zu finden. Loreley entschied sich an jenem Tag für ihn an der Tankstelle. Doch das alltägliche Leben hat für die einst Glücklichen andere Pläne. Können sie zusammen den Alltag meistern? Was bedeutet Vergänglichkeit für die beiden?

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„le plancher“ Installation 2022
Acryl auf Leinwand und Plexiglas

Ich betrete den Raum…
auf den ersten Blick sehe ich viel, mehr als ich aufnehmen kann. Wenn die Tür hinter mir zufällt, höre ich, wie die Geräusche der Straße in der Ruhe des Raumes verschwinden. Ich fühle wie die Temperatur steigt. Langsam taste ich mich weiter vor. Farbflächen, Muster und Schatten beginnen sich zu überlagern. Die Veränderung ist stetig. Aus einer anderen Perspektive scheint alles neu. Ein Blickwechsel und ich sehe die Basis des Raumes. Die Bühne auf der alles stattfindet. 
Le plancher.

…Qu'est-ce que tu vois?

le plancher

Ein Wirr-Warr aus Profilen, immer ein Paar
So unterschiedlich, aber manchmal gleich
Gewohnheiten, Routinen, der Rhythmus der Zeit
Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr

Lärm, ein Quietschen, ein Scharren
Bien plus que ce que tu peux porter
Du hinterlässt Spuren, Kratzer in der Oberfläche
Du bemerkst es nicht
Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr

Salz, Wasser, Erde, Laub
Du trägst es rein
Deine Wahrnehmung ist beschränkt
Fokussiert auf das Wesentliche
Was ist das Wesentliche?
Je vois ce que tu ne vois pas
Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr

„Warten“ Installation 2021
bestehend aus 15 Kacheln (40x40 cm) und Sound
Acryl, Mörtel, Strukturpaste auf Karton Leinwand und Glas

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